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Aktuelles

Letzte Änderung:
28.04.2017

Stimmen des Friedens 2017

Während der Passionszeit hören wir auf Stimmen des Friedens:

Jeden Mittwoch, von 7.45 - 7.55 Uhr im Theaterprobenraum.

 

 


pic_Albert Schweitzer

 

"Ich bin Leben,

das leben will,

inmitten von Leben,

das leben will."

 

Albert Schweitzer (1875 - 1965): Theologe, Musiker und Arzt, der im zentralafrikanischen Lambarene ein Hospital eröffnete. Schweitzer war Friedensnobelpreisträger und setzte sich für Menschen- und Tierrechte ein.

Ein Kindheitserlebnis verändert ihn nachhaltig: Er spielt mit einem Freund im Grünen, als dieser ihn plötzlich dazu auffordert mit ihm Vögel zu schießen. »Dieser Vorschlag war mir schrecklich«, schreibt Schweitzer, »aber ich wagte nicht zu widersprechen, aus Angst er könnte mich auslachen. So kamen wir in die Nähe eines kahlen Baumes, auf dem die Vögel, ohne sich vor uns zu fürchten, lieblich in den Morgen hinaus sangen. Sich wie ein jagender Indianer duckend, legte mein Begleiter einen Kiesel in die Schleuder und spannte sie. Seinem gebieterischen Blicke gehorchend, tat ich unter furchtbaren Gewissensbissen dasselbe, mir fest gelobend, daneben zu schießen. In demselben Augenblicke fingen die Kirchenglocken an, in den Sonnenschein und in den Gesang der Vögel hineinzuläuten. …Für mich war es eine Stimme aus dem Himmel. Ich tat die Schleuder weg, scheuchte die Vögel auf, dass sie wegflogen, und floh nach Hause. Und immer wieder, wenn die Glocken der Passionszeit klingen, denke ich ergriffen und dankbar daran, wie sie mir damals das Gebot »Du sollst nicht töten« ins Herz geläutet haben. Von jenem Tag an habe ich gewagt, mich von der Menschenfurcht zu befreien.«

 

Ein Kind,

eine Lehrkraft,

ein Stift

und ein Buch können die Welt verändern,

also Frieden schaffen.

 

Malala (*1997) stammt aus Pakistan. Sie hat Mädchenbildung zu einem weltweit beachteten Thema gemacht. Im Dezember 2014 erhielt sie dafür den Friedensnobelpreis, als jüngste Preisträgerin aller Zeiten.



Sophie Scholl (1921 - 1943):  Am 18. Februar 1943 stellte Reichspropagandaminister Goebbels im Sportpalast den zigtausend Anwesenden die Frage: „Wollt ihr den totalen Krieg?“ – alle Anwesenden brüllten aus Leibeskräften „Ja!“

Zur gleichen Zeit verteilten in München die beiden Geschwister Sophie und Hans Scholl Flugblätter an der Universität, in denen sie dazu aufriefen, jetzt den Krieg zu beenden:

„Hitler kann den Krieg nicht gewinnen, nur noch verlängern! Seine Schuld und die Schuld seiner Helfer hat jedes Maß unendlich  überschritten!   (…)

Die beiden Geschwister wurden vom Hausmeister der Universität festgehalten und der Justiz übergeben. Zusammen mit Christoph Probst, einem weiteren Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ wurden sie innerhalb von vier Tagen zum Tod verurteilt und am 22. Februar hingerichtet.

Wären ihre Stimmen zum Frieden gehört worden statt der Stimme des Kriegstreibers in Berlin, hätten viele Millionen Menschen ihr Leben nicht verloren, wären viele Städte unzerstört geblieben und der Berg der Schuld, der am Ende des Krieges auf den Deutschen lastete, wäre nur halb so hoch gewesen …

 

Es ist besser eine Kerze anzuzünden,

als sich über die Dunkelheit zu beklagen.

 

Peter Benenson (1921 - 2005): Im November 1960 sitzt Benenson in der Londoner U-Bahn. Er liest Zeitung. Zwei portugiesische Studenten wurden zu sieben Jahren Haft verurteilt, wei sie im Café laut Freiheit! gerufen hatten.

Benenson protestiert mit einem Zeitungsartikel. Andere Zeitungen übernehmen seinen Text. Unterstützergruppen bilden sich und beginnen Portestbriefe zu schreiben. Nach nur einem Jahr hat sich ein festes Unterstützernetzwerk gebildet, das nun auch anderen Inhaftierten, Gefolterten und Verschleppten weltweit hilft.

Peter Benenson hat amnesty international ins Leben gerufen.



Bischof George Bell (1883 - 1958) war ein Freund von Dietrich Bonhoeffer. Beide kannten sich seit 1933, als Bonhoeffer Vikar in der deutschen Gemeinde in London war. Bischof Bell war auch ein Freund der Bekennenden Kirche in Deutschland, die sich gegen die Nazis in Deutschland und auch in der evangelischen Kirche wandte.

Als Bischof hatte George Bell einen Sitz im Oberhaus des Britischen Parlamentes. Dort erhob er seine Stimme mutig gegen Ungerechtigkeit und für den Frieden. Als Dresden von englischen Kampfbombern in Schutt und Asche gelegt wurde, hielt Bischof Bell im Oberhaus eine Rede. Darin sagte er:

Es muss eine Verhältnismäßigkeit zwischen den eingesetzten Mitteln und dem erreichten Ziel bestehen. Eine ganze Stadt auszulöschen, nur weil sich in einigen ihrer Bereichen militärische und industrielle Einrichtungen befinden, heißt die Verhältnismäßigkeit abzulehnen.

Bischof Bell war es wichtig, zwischen Nazis und Deutschen zu unterscheiden. George Bell besuchte deutsche Kriegsgefangene in England, setzte sich an vielen Orten für Flüchtlinge ein und engagierte sich nach dem zweiten Weltkrieg gegen die atomare Aufrüstung.

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