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Der Theologe

Letzte Änderung:
19.01.2008

Am bekanntesten werden wohl seine Gedichte Von guten Mächten und Wer bin ich sein, die seit der ersten Herausgabe der Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft unter dem Titel Widerstand und Ergebung durch E. Bethge im Jahre 1951 vielseitig vermarktet werden.

Die Theologie Bonhoeffers hier darzustellen, würde den Rahmen dieser Seite sprengen:

"Seine (Bonhoeffers) gottes- und selbstgewisse Art des Glaubens war verknüpft mit einer selbstverständlichen Offenheit für und Einfühlsamkeit in anders denkende Menschen; er war ein Aktivist der Toleranz, die er nicht mit passiver Duldung oder Forcierung von willkürlicher Beliebigkeit verwechselte. In seiner Schule ist eine Toleranz sui generis und eine Autonomie sui generis zu lernen. Und eine Empathie für an Gott und der Welt verzweifelnde Menschen. Bonhoeffers christuszentrierte und autonome Ethik, sein christuszentriertes und (welt-)offenes Denken, seine verzweifelte und felsenfeste Hoffnung auf Gott machen ihn zu einem Beispiel gelebten Glaubens und glaubenden Lebens" (Sabine Dramm, Dietrich Bonhoeffer - Ein Einführung in sein Denken, Gütersloh 2001, S. 271)

"Diesseitigkeit des Glaubens", "religionsloses Christentum" sind Stichpunkte, die in die Theologie durch Bonhoeffer eingebracht werden. "Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist" und "Christ sein heißt, für andere da sein", lautet eine seiner Thesen.

Dietrich Bonhoeffer als Vorbild

Beispielhaft an Bonhoeffer war der Zusammenhang von Leben und Werk, beispielhaft war die Umsetzung von ethischen Gedanken in politisches Handeln, das selbst die letzte Konsequenz - Hingabe des eigenen Lebens - nicht scheute. Beispielhaft waren die Wertvorstellungen, die ihn zum Handeln trieben. Beispielhaft waren seine Zivilcourage und sein persönlicher Mut, seine Ehrlichkeit und seine Standhaftigkeit. Wie aus seinen Schriften zu ersehen ist, ging es nicht um bloßen Aktivismus. Was ihn prägte, war die Einheit von Reflexion bzw. Kontemplation und Engagement.

Folgende Werthaltungen lassen sich in seinem Leben immer wieder feststellen:

Das Eintreten für Menschenwürde, für Recht und Gerechtigkeit, besonders für Minderheiten und Verfolgte - zu seiner Zeit für die Juden.

"Sie (Anm. die Kirche) kann also auch in der Judenfrage heute nicht dem Staat unmittelbar ins Wort fallen, und von ihm ein bestimmtes andersartiges Handeln fordern. Aber das bedeutet nicht, dass sie teilnahmslos das politische Handeln an sich vorüberziehen lässt; sondern sie kann und soll, gerade weil sie nicht im einzelnen Fall moralisiert, den Statt immer wieder danach fragen, ob sein Handeln von ihm als legitim staatliches Handeln verantwortet werden könne, d.h. als Handeln, in dem Recht und Ordnung und nicht Rechtlosigkeit und Unordnung geschaffen werden ... Sowohl ein Zuwenig an Ordnung und Recht als auch ein Zuviel an Ordnung und Recht zwingt die Kirche zum Reden" (DBW 12, S. 351f)

Das Eintreten für Frieden

"Es gibt keinen gesicherten Frieden. Der Christ kann nur den Frieden wagen aus Glauben ... Das Gebot: Du sollst nicht töten, das Wort: Liebet eure Feinde, ist uns gegeben zum einfältigen gehorsam. Dem Christen ist jeglicher Kriegsdienst, es sei den Samariterdienst, und jede Vorbereitung zum Krieg verboten." (DBW 12, S. 233f) (BRM)

 

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