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Die Vita Bonhoeffers

Letzte Änderung:
19.01.2008

























Bonhoeffer wurde am 4.2.1906 als sechstes Kind des Psychiatrieprofessors Karl Bonhoeffer in Breslau geboren.

In Berlin wuchs er auf, besuchte dort das humanistische Gymnasium und studierte Theologie in Tübingen, Rom und Berlin. In Barcelona war er 1928 Vikar und verbrachte ein Studienjahr in New York.

1931 kam er als Privatdozent nach Berlin, versah daneben das Studentenpfarramt und widmete viel Zeit der Aufgabe, schwierige Jugendliche im Berliner Arbeiterviertel Wedding zur Konfirmation zu führen. Für Arbeitslose richtete er eine sogenannte Jugendstube ein, um ihnen Beschäftigung und das Gefühl der Zugehörigkeit zu geben. Bereits 1933 sah Bonhoeffer die von den Nationalsozialisten drohenden Gefahren und sprach dies auch aus. Als in der Kirche der Arierparagraph eingeführt wurde, beteiligte sich Bonhoeffer an der Gründung von Martin Niemöllers Pfarrernotbund, einer der Wurzeln der späteren Bekennenden Kirche.

Ab 1933 wirkte Bonhoeffer für kurze Zeit als Auslandspfarrer in London, bevor er 1935 Direktor des Predigerseminars der Bekennenden Kirche in Finkenwalde wurde, einer Einrichtung, die von der Reichskirchenleitung als illegal betrachtet wurde.

1936 entzog ihm der Kultusminister die Lehrbefugnis an der Universität, 1937 folgte die Schließung des Seminars, 1938 das Aufenthaltsverbot für Berlin (mit Ausnahme des Elternhauses) und die Ausweisung aus Pommern.

Im Juni 1939 erhielt Bonhoeffer Einladungen zu Vorlesungen in den USA, kehrte aber im August angesichts des drohenden Krieges freiwillig nach Deutschland zurück. Bonhoeffer schloss sich der Widerstandsgruppe der militärischen Abwehr um Admiral Canaris, Oster, Dohnanyi und Josef Müller an.

Im Mai 1942 traf er sich als Vertreter der deutschen Opposition mit dem Bischof von Chichester, George Bell, in Schweden, um durch ihn die englische Führung von Putschplänen der militärischen Widerstandsgruppe zu unterrichten.

Im Januar 1943 verlobte sich Bonhoeffer mit Maria von Wedemeyer. Am 5. April 1943 wurde Bonhoeffer verhaftet. Vier Wochen vor Kriegsende wurde er am 9. April 1945 wegen politischen Hochverrats zum Tode verurteilt im KZ Flossenbürg im Alter von 39 Jahren gemeinsam mit Canaris und Oster gehenkt.

In einer großen und spannenden Biographie hat Eberhard Bethge als Freund und Weggefährte das außergewöhnliche Leben Dietrich Bonhoeffers nachgezeichnet (E. Bethge, Dietrich Bonhoeffer - Eine Biographie, Chr. Kaiser Verlag, München 1983). Das trotz der Kürze des Lebens doch ansehnliche literarische und theologische Werk Bonhoeffers liegt inzwischen in einer sechzehnbändigen Gesamtausgabe vor. (BRM)

 

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