Projekte und Vorträge

Geo-Vortrag im Rahmen der Naturwissenschaftlichen Tage

Der Schlafkrankheit auf der Spur – afrikanische Trypanosomen

Durch unsere Studienreferendarin Laura Neukum kamen wir Geographen in Kontakt mit der Doktorandin Sarah Schuster von der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg, wo sie aktuell ihre Doktorarbeit über afrikanische Trypanosomen schreibt.

Dieser Fachbegriff ist im Normalfall nur bei Fachleuten bekannt, unter dem Ausdruck „Schlafkrankheit“ können hingegen viele Menschen etwas damit verbinden und wissen, dass diese von der Tse-Tse-Fliege übertragen wird. Diese benötigen die Erreger, die Trypanosomen, als Zwischenwirt. Da die Fliege nur in gewissen Gebieten in Afrika nördlich und südlich des Äquators in Teilbereichen der Savannen vorkommt, ist die Verbreitung dieser leider in keinster Weise harmlosen Krankheit auf diese Gebiete beschränkt. Sie kann auch Tiere und hier vor allem Rinder befallen und wird dann „Nagana“ genannt, was übersetzt „Zustand des bedrückten Geistes“ bedeutet. Die betroffenen Savannengebiete sind wegen dieser Krankheit oft kaum besiedelt und Rinderzucht findet im Prinzip nicht statt.

Die Infektionskrankheit ist zu Beginn ihres mehrjährigen Verlaufs beim Menschen nur schwer zu diagnostizieren, da die ersten Anzeichen der Krankheit denen einer Grippe ähneln. Nur in dieser Phase ist die Krankheit jedoch heilbar. Ab Phase 2, wenn die Hirn-/Blutschranke – keiner weiß bis heute wie dies geschieht – vom Erreger überwunden wird, ist keine Heilung mehr möglich. Phase 3 ist der „Dämmerzustand“ der letztlich namensgebend für die Krankheit war und welcher oft nach Jahren des Siechtums mit dem Tod endet. Da die Krankheit bis heute nur relativ wenige Menschen betrifft, die meist noch dazu kaum Geld für teure Medikamente haben, ist das Interesse großer Pharmakonzerne an der Entwicklung von Medikamenten bzw. an Grundlagenforschung dafür, begrenzt. Hier setzt nun die Doktorarbeit von Frau Schuster an, bei der es vor allem darum geht, die Vermehrung der Trypanosomen in der Tse-Tse-Fliege zu verstehen, was ein hochkomplexer Vorgang ist, wie sie in ihrem Vortrag anschaulich den Schüler/innen erläuterte.

Im Anschluss an den Vortrag fand dank vieler Nachfragen interessierter Schüler eine rege Diskussion statt. Die Fachschaft Geographie dankt nochmals Laura Neukum für die Vermittlung des Kontaktes und Frau Schuster für den spannenden Vortrag über ein interessantes Forschungsgebiet. Eingebettet war der Vortrag in die naturwissenschaftlichen Tage an unserem DBG.

Für die Fachschaft Geographie: Hermann Bähr

Tsunami-Vortrag für die 10. Jahrgangsstufe 2019

Erneut erklärte sich unsere ehemalige Schülerin Delia Zimmler bereit, den Schülern unserer 10. Klassen über ihre Erlebnisse im Zusammenhang mit dem Tsunami von 2004 zu berichten. In packender Art und Weise schilderte sie das Geschehen in ihrer damals auf Sri Lanka direkt an der Küste betriebenen Hotelanlage mit Tauchschule.

Das Überleben nach dem Tsunami war unter den tropischen Klimabedingungen, die in dieser Gegend herrschen, eine der größten Herausforderungen, vor allem die Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Ebenso wichtig war eine Nahrungsmittelbeschaffung und medizinische Not- bzw. Erstversorgung. Dank eisernem Willen trotz eigener Verletzungen, medizinischen Grundkenntnissen als Tauchlehrerin und Spenden aus der Heimat war Delia Zimmler all dies möglich, zusammen mit einheimischen Helfern.

Da die Häuser der Einheimischen aber auch die der Hotels bei der Abwasserentsorgung auf Sickergruben setzen, diese aber durch die Fluten ausgespült wurden, verbreitete sich schnell nach dem Rückgang des Wassers ein intensiver Gestank in der Gegend, den man zu ertragen hatte. Dass dies für die Hygiene katastrophale Folgen hatte, dürfte jedem klar sein. In bewundernswerter Weise half sie der einheimischen Bevölkerung in der näheren Umgebung ihrer Hotelanlage, wobei auch diese in Teilen zerstört war. Statt einem „Sea-View“ -Hotel hatte sie nun angesichts zum Teil fehlender Mauern im Erdgeschoss ein „Sea-Through“-Hotel, wie sie in ihrem Vortrag – heute im Nachhinein etwas scherzhaft erzählt – sagte. Zum damaligen Zeitpunkt war es bittere Realität. Aber sie war und ist bis heute froh, dass all ihre Gäste und alle ihre Mitarbeiter den Tsunami zumindest überlebten.

Nach dem Vortrag bedankten sich die Schüler der 10. Klassen jeweils mit einer kleinen Spende für einen guten Zweck bei unserer Referentin. Wir Geographielehrer hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Schuljahr


Im Namen der Fachschaft

Hermann Bähr